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China und Karten

Sehr geehrte Leser, nachdem wir in den letzten Monaten unser Restaurant schließen mussten, sind wir nun wieder für Sie da. Und gleich vorneweg möchte ich Ihnen sagen, dass wir nicht wegen gesundheitlicher Probleme schließen mussten, das ist mir besonders wichtig. Das Problem war, dass das Gebäude, in dem unser schönes Lokal nun seit über 10 Jahren beheimatet ist, größere Probleme Dach gezeigt hat. Eine Untersuchung der Stadt hat ergeben, dass die komplette Konstruktion saniert werden musste, aber in dieser Zeit leider kein Gastronomiebetrieb möglich ist. Der Ausgleich, den uns der Hauseigentümer zahlen musste, hat uns gerade eben so überleben lassen. Doch jetzt können wir wieder öffnen und freuen uns über unsere Kundschaft, die uns hoffentlich vermisst hat.
Als besonderen Service haben wir uns verschiedene Attraktionen für unsere Gäste ausgedacht, die einmal pro Woche und manchmal einmal pro Monat in unserem Restaurant stattfinden. Besonders stolz sind wir auf ein Highlight, dass wir nächstes Wochenende zum ersten Mal bei uns ausprobieren. Meine Frau glaubt sehr an Horoskope und Schicksal und kennt sich sehr gut mit unserem chinesischen Kalender aus. Deswegen hat sie beschlossen eine befreundete Kartenlegerin zu uns einzuladen, die unseren Gästen Einblicke in ihre Zukunft gestatten möchte. Naja, ich kenne mich mit so etwas nicht besonders gut aus, aber ich bin mal gespannt. Ich habe mich schon im Vorfeld über Lenormand informiert und über dies Tarot auch, aber nun will ich das Ganze mal live erleben. Was wohl unsere Gäste dazu sagen werden?
Als weiter Spezial-Abende organisieren wir kleinere Lesungen oder auch mal ein Konzert, also nur zur Untermalung, aber es wird zur Abwechslung beitragen und hoffentlich unserem neuen Lokal ein neues Konzept verleihen, das zu einem schönen Erfolg werden wird. Ich freue mich schon sehr und denke, dass das gerade hier in Bottrop gut ankommen wird. Wir sehen uns beim Essen!

5.3.13 10:17, kommentieren

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iPhone

Wie jetzt es gibt schon wieder ein neues iPhone?! Das ist doch wohl ein schlechter Witz! Ich muss gestehen, das regt mich jetzt schon ein bisschen auf. Ich kann euch auch sagen, warum! Erst vor zwei Wochen habe ich mein erstes iPhone überhaupt bekommen. Natürlich das iPhone 4. Und jetzt heisst es, es würde schon im Sommer wieder ein neues iPhone geben. Das würde dann ja heißen, dass ich mein iPhone 4 gerade mal ein knappes halbes Jahr habe und dann ist es schon wieder veraltet. Das kann doch echt nicht sein. Normalerweise liegen da doch immer mehrere Jahre dazwischen. Zwischen dem Vorgänger- und dem Nachfolgermodell. Ist ja auch nicht so, dass, als ich mein iPhone bekommen habe, es schon mehrere Monate alt war. Es war ja auch gerade erst auf den Markt gekommen.

Es ist jetzt natürlich auch nicht so, dass ich immer das Neueste und Aktuellste auf dem Markt haben muss. Aber in diesem Fall ärgert es mich schon wirklich. Da will uns apple doch veräppeln! Wobei ich heute auch irgendwo beim Surfen im Netzt gelesen habe, dass es jetzt im Sommer doch kein neues Modell geben soll. Ich bin verwirrt. Aber apple macht ja immer so ein Staatsgeheimnis daraus, wann was neu auf den Markt kommt. Warum eigentlich?! frage ich mich da. Muss wohl zum Geschäftskonzept gehören. Eigentlich eine Unverschämtheit. Aber was will man machen?! Als Marktführer kann sich apple das halt einfach mal leisten!

Was soll's. Ich bin auf jeden Fall mit meinem neuen Telefon sehr zufrieden. Und ich bereue es auch nicht, jetzt schon ein iPhone gekauft zu haben. Ein halbes Jahr warten, nur weil dann ein neues Modell auf dem Markt ist, hätte ich auch nicht wollen!

1 Kommentar 26.2.11 18:36, kommentieren

Stress

Ich habe keine Lust mehr. Das erscheint mir einfach alles viel zu anstrengend. Hört sich dramatisch an. Ist es auch. Es geht um das Geburtstagsgeschenk für meine beste Freundin. Mir will einfach nichts einfallen. Gar nichts. Wir kennen uns schon so lange und jetzt fällt mir einfach nichts ein. Vielleicht dieses Jahr einfach mal gar nichts schenken. Mal was Neues ausprobieren. Leider ist sie - ich kann es nicht anders sagen - recht materialistisch veranlagt, die Beatrice. Schon seit Wochen erinnert sie jeden, der ihr über den Weg läuft, daran, dass sie ja bald Geburtstag habe. Man solle sich aber bloß nicht zu viele Gedanken machen. Sie würde sich über alles freuen. Solange es groß und teuer ist, dachte ich mir, als ich diesen Satz zum ersten Mal hörte.

Aber Beatrice ist nun einmal eine gute Freundin und ich möchte ihr natürlich eine Freude machen. Nur, was schenken? Letztes Jahr hatte ich ihr einen Gutschein von Douglas geschenkt. Da war mir nämlich auch schon nichts eingefallen. Sie hat sich gefreut. Dass es kein besonders einfallsreiches Geschenk war, hat sie nicht gestört. Nicht, dass ich sie gefragt hätte. Aber es hat zumindest nicht den Anschein gemacht. Sie hat den Betrag gesehen - immerhin 30 Euro - und damit war die Sache für sie erledigt. Nochmals mit einem Gutschein von Douglas möchte ich dieses Jahr aber auch nicht ankommen. Wobei es sie wahrscheinlich nicht einmal stören würde! Aber wie sieht das denn bitte aus?! Ich werde mir etwas überlegen müssen. Ich habe noch ein bisschen Zeit. Drei Tage, um genau zu sein. Und das ist viel - zumindest für mich! Das könnt ihr mir glauben!

12.2.11 15:59, kommentieren

Neue Spezialität auf der Speisekarte

Stolz kann ich verkünden, dass wir ein neues Gericht in der Liste unserer Tanjia-Küche hinzufügen können. Dabei handelt es sich um Gerichte der berühmten Beamtenfamilie Tan. Das hört sich etwas sonderbar an, aber damals war tatsächlich so, dass Familien ganze Stile der chinesischen Küche bestimmten. Denn Essen war ein sehr geschätztes Kultur gut. War eine Familie reicht, so hing sie sich nicht die Kunstwerke zeitgenössischer Maler in die Wohnstube, sondern füllte die Vorratskammer mit den exquisitesten Waren und heuerten den besten Koch weit und breit an. Der kreierte dann angepasst an den verwöhnten Gaumen der Familie die ausgefallensten Gerichte.


Dass ein gediegenes Mahl weit mehr von Lebensqualität zeugt, als ein Gerhard Richter an der Wand liegt wohl klar auf der Hand. Ich möchte nicht sagen, 1:0 für China, denn wir sind ja nicht beim Fußball. Aber die chinesische Kultur ist schon lang sehr hoch entwickelt, während in Europa erst mit der Aufklärung sich die Horde der Barbaren aus dem Deck gefahren hat.


Nun aber zu der Spezialität, die unsere Speisekarte schmückt. Es sind gekochte Wollhandkrabben. Rot und knusprig bekommt der Gast sechs Exemplare auf seinen Teller, die er dann mit entsprechendem Werkzeug ausnehmen kann. Das ist eine Delikatesse und kostet auch eine Kleinigkeit.


Damit möchten wir mit dem Restaurant auch exquisitere Kunden ansprechen, die in einem gesonderten Raum, sich allen Gaumengelüsten hingeben können. Unsere Kunden sind vor allem Männer aus dem Management, die mit ihren aufgetakelten Frauen oder jungen Töchtern zu Besuch kommen. Seit dem wir dieses Preissegment in unserer Karte führen, scheinen wir bald wieder expandieren zu können. Ich überlege ein weiteres Restaurant aufzumachen, allerdings ist es noch zu früh darüber Spekulationen abzugeben.

1 Kommentar 28.3.11 15:06, kommentieren

Erdbeben in China?

Ich komme aus China, genauer gesagt aus der Nähe von Xi'an. Andauernd fragen mich die Gäste, wie es mir damit geht, dass in Japan das Atomkraftwerk kurz vor dem SuperGau steht. Mir geht es damit genauso wie Ihnen, antworte ich dann. Aber haben Sie dort nicht Verwandte? Nein, antwortet, schauen Sie mal in die Speisekarte. Dort finden Sie Gerichte aus Kanton, die knusprige Pekingente oder traditionelles aus Shenyang. All diese Orte liegen in China, denn Sie sitzen in einem chinesischen Restaurant. Wir haben zwar Schlupflieder, Sie würden sagen Schlitzaugen, wie die Japaner, aber das ist auch schon die einzige Gemeinsamkeit, die uns Chinesen mit den Japaner auszeichnet.


Etwas verstört bestellen dann die meisten Gäste nach meiner nationalistischen Rede die Pekingente. Warum kann ich echt nicht sagen, aber ich schätze, dass es Peking wohl die einzige Vokabel ist, die sie zuvor schon einmal gehört haben. Sie dann noch einmal auf die Fischkarte hinzuweisen, die bei Weitem besser ist als die Entengerichte, die wir anbieten, verkneife ich mir dann. Man sollte die Gäste nicht all zu sehr verwirren, sonst war es vielleicht das letzte Mal, dass sie kamen. Denn wer will schon jedes Mal, wenn er sich einen gemütlichen Nachmittag im Restaurant machen möchte, von so einer kleine Chinesin eine Standpauke über die feinen topographischen Unterschiede in Asien hören.


Aber ich möchte nicht ungerecht sein. Es gibt eine Menge Gäste, die unser Restaurant schätzen, gerade, weil wir so viel Wert auf wirklich traditionelle Küche legen, weil unser Restaurant kein deutsches Klischee von China ist. Manchmal führt das zu langen Gesprächen über die Politik in der Volksrepublik und über die wirtschaftliche Lage.

2 Kommentare 18.3.11 13:57, kommentieren

Kois und andere Fische

Um das ganze Ambiente in unserem Restaurant exotischer zu gestalten, habe ich ein Riesenaquarium installieren lassen, das sich von einer Wand als Raumteile zwischen die Tische zieht. Doch anders wie diese absolut sauberen blau schimmernden Aquarien, soll dieses Becken das Restaurant mit grünem Licht fluten. Nicht dass es verdeckt aussehen soll, aber etwas natürlicher als die Chlorbecken. Natürlich wird der Tigerlotus hinter dem Glas wachsen. Als Delikatesse bieten wir dann die Samen dieser Seerosenart an, die schon im alten Ägypten als Getreide diente.
koi Wie sein Name schon verrät, hat der Tigerlotus grünrot gescheckte Blätter, das gibt ein schönes Farbpanorama, das den Gast in eine exotische Traumwelt entführen soll, eine Art Paradis, die das Gericht auf dem Teller zu einem überirdischen Gaumenschmaus macht. Das Auge ist mit, sagt man. Natürlich achten wir nicht nur darauf, dass unsere Mahlzeit ansprechend aussieht, sondern dass auch unsere Umgebung entsprechend angerichtet ist.

Und Fische werden das Aquarium bevölkern, natürlich auch die Fische, die wir in unsere Speisekarte haben, sodass der Eindruck erweckt wird, dass wir die Fische frisch aus dem Aquarium direkt auf den Teller liefern. Die Bedienung kann es sich so einfach machen, bei der Fragen, was das für ein Fisch sei, sie zeigt einfach auf die Glasscheibe hinter der der Fisch dumm mit offenen Mund den Gast anstarrt.
Auf keine Fall fehlen dürfen Kois in der Wasserwelt. Diese bunten Karpfen sind ein Hingucker und jeder assoziiert den Fisch mit Asien, mit bunten Tempelanlagen mit Wasserbecken, in denen sich Kois, um die Brotkrumen der Mönche streiten, oder Fischmärkte, mit den bunten Fischen in Aquarien. Selbst wenn der Fisch heute eher aus Japan kommt, unterscheiden die Besucher das nicht, für sie sind sowieso Chinesen, Japaner und Koreaner ein und dasselbe.

1 Kommentar 27.1.11 10:40, kommentieren

Vergiftetes Fleisch und Massenschlachtungen

Was mach ich denn nun mit den Eiern und Hühnchen, die bei mir übers Hackbrett gehen. Dioxin vergiftet oder nicht? Die Medien kochen doch üblicherweise alles heißes als es ist. Wenn ich jemanden einen falsch zubereiteten Kugelfisch serviere, dann stirbt er davon. Ein Dioxin-Huhn erhöht evtl. das Krebsrisiko. Ich möchte nicht die Gefahr von Dioxin herunterspielen, aber die Relation muss doch stimmen. Wahrscheinlich der häufigste Trick der Medien, sind die Relationen zu verschieben. Ereignisse enorm aufblasen oder wirklich wichtige Ereignisse unter den Tisch fallen zu lassen. In Happen kommen die Informationen zum Rezipienten, was das eine mit dem anderen zu tun hat, keine Ahnung. Ein Gedenken der Opfer des Seebebens auf Hawaii, Dioxin-Eiern und Proteste gegen einen europäischen Schutzschirm für Wirtschaftlich schwache Länder haben miteinander doch nichts zu tun, aber dadurch dass man sie nebeneinander stellt, oder manche Themen rauf und runter exzerpiert, werden Themen gleichwichtig oder bedeutender. Ganz beliebig bestimmbar durch die Medien.

Pekingente
Also werden die Eier geschlagen, auch wenn sie nichts dafür können. Und die Hühner werden ausgenommen, wäre doch traurig, wenn die armen Tierchen für nichts gestorben sind. Meine Kunden weiße ich darauf hin, wenn sie das entsprechende bestellen, aber schon zu Zeiten von BSE habe ich unter den Kunden festgestellt, dass diese genauso wenig besorgt waren wie ich, und die Medienhetze gegen die Kühe untragbar fanden.

Zuhauf wurde diese abgeschlachtet, wie im Wilden Westen, als die Waldläufer sich in Massen aus den Fenster der Eisenbahnwagons hingen, ihre Feuerrohre auf die Bisons gerichtet, nacheinander knickten ihre Beinchen und die Körperkolosse rollten über die Prärie. Wie Knallfrösche knatterte es aus den Flinten und die Lokomotive machte fleißig mit, rattatta rattatta rattatta. Kein schlechtes Gewissen bei den Pionieren der Vereinigten Staaten und keines heute bei den Tiervergiftern und Schlächtern, die doch von ein und derselben Art sind: Profithaie.

13.1.11 11:45, kommentieren